Vault/ADHS-freundliches Datei- und Ablagesystem.md
2026-08-24 15:38:32 +02:00

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Markdown
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# ADHS-freundliches Datei- und Ablagesystem
## Die Grundstruktur
Ich würde die bestehende Struktur grundsätzlich behalten:
```text
01_INBOX
02_DEV
03_PRIVAT
04_ARBEIT
05_VAULT
99_ARCHIV
```
Dabei bekommt jeder Ordner aber eine **eindeutige Funktion**.
**01\_INBOX = noch nicht entschieden.**\
Hier landet Neues. Es darf unfertig, schlecht benannt und chaotisch sein. Die INBOX ist keine dauerhafte Arbeitsablage.
**02\_DEV = Softwareprojekte.**\
Hier bleiben vollständige Projekte inklusive Git, Quellcode, Projekt-README, projektbezogener Dokumentation usw.
**03\_PRIVAT = dauerhafte private Unterlagen.**
**04\_ARBEIT = dauerhafte Arbeitsunterlagen und Arbeitsprojekte.**
**05\_VAULT = wiederverwendbares Wissen.**\
Nicht „alles, was Markdown ist“, sondern Wissen, das unabhängig von einem einzelnen Projekt später wieder gebraucht werden kann.
**99\_ARCHIV = abgeschlossene, aber noch aufbewahrungswürdige Dinge.**\
Dubletten, temporäre Downloads und reproduzierbare Exporte werden dagegen gelöscht und nicht archiviert.
---
## Die wichtigste Änderung
Aktive Dateien müssen nicht in `01_INBOX` liegen.
Sobald klar ist:
> „Das gehört zu Café Bach“
kann die Datei beispielsweise direkt nach
```text
04_ARBEIT/Cafe_Bach/
```
Die Tatsache, dass du **gerade daran arbeitest**, wird nicht durch den Speicherort dargestellt.
Stattdessen wird der betreffende Projektordner unter Windows an **Schnellzugriff** und unter Linux/Dolphin an **Orte** angeheftet.
Damit gibt es weiterhin einen sehr schnellen Bereich „Das brauche ich gerade“, aber **keine zweite Arbeitskopie**.
Das verhindert das klassische Problem:
```text
INBOX
→ Projektordner
→ zurück INBOX
→ neuer Computer
→ Download
→ Kopie
→ Welche davon war jetzt aktuell?
```
---
## Deine Datumsbenennung
Die Idee mit
```text
YYYY-MM-DD
```
ist sehr gut und sollte bleiben.
Ich würde ein einheitliches Schema daraus machen:
```text
YYYY-MM-DD_bereich_projekt_inhalt.ext
```
Beispiele:
```text
2026-08-20_arbeit_cafe-bach_teamtreffen-protokoll.docx
2026-08-12_arbeit_sp5_programm.pdf
2026-08-07_privat_fahrzeugbrief-aufgebotsverfahren.pdf
```
Nur wenn am selben Tag mehrere relevante Versionen entstehen:
```text
2026-08-20_arbeit_cafe-bach_ablaufplan_v01.docx
2026-08-20_arbeit_cafe-bach_ablaufplan_v02.docx
```
Dadurch brauchst du **keine Tagesordner in der INBOX**.
Ein Ordner wie
```text
01_INBOX/2026-08-24/
```
liefert kaum zusätzliche Information, wenn jede Datei bereits mit `2026-08-24_...` beginnt. Gleichzeitig ist jeder Unterordner ein weiterer Klick und eine weitere Entscheidung.
Deshalb: **INBOX möglichst flach halten.**
---
## Die 3-Dateien-Regel
Die Regel ist sinnvoll, aber ich würde sie leicht verändern:
> Kategorien bekommen erst einen Unterordner, wenn ungefähr vier zusammengehörige Dateien existieren.
Für **echte Projekte** gilt diese Regel nicht.
Wenn klar ist, dass etwas ein eigenes Projekt ist, bekommt es sofort einen Projektordner.
Also beispielsweise:
```text
04_ARBEIT/Cafe_Bach/
04_ARBEIT/SP5/
04_ARBEIT/Checkpoint/
```
Innerhalb von `Cafe_Bach` musst du aber nicht sofort zwanzig Kategorien wie
```text
Protokolle/
Umfragen/
Veranstaltungen/
Social_Media/
Vorlagen/
Korrespondenz/
```
anlegen.
Erst wenn tatsächlich genug Material entsteht.
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# Die tägliche Routine
Die Routine besteht nur aus drei Zuständen:
**Eingang → Zuhause → Archiv**
Eine neu heruntergeladene Datei darf zunächst einfach in `01_INBOX`.
Sobald du die Datei tatsächlich benutzt oder erkennst, wohin sie gehört, passiert **ein Vorgang**:
```text
Beschriften → an endgültigen Ort verschieben
```
Deinen Dokumentenbeschrifter würde ich deshalb genau an diesem Übergang verwenden.
Nicht:
> „Ich muss erstmal alles sofort ordentlich benennen.“
Sondern:
> „Diese Datei verlässt jetzt die INBOX – also bekommt sie jetzt einen Namen.“
Damit wird das Beschriften Teil einer bereits notwendigen Handlung.
Einmal pro Woche gibt es einen kurzen INBOX-Durchgang. Ziel ist nicht zwingend `0 Dateien`, sondern:
> Alles, was noch hier liegt, ist tatsächlich noch ungeklärt.
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# Der heutige Aufräumtag
Heute würde ich ausdrücklich **nicht anfangen, hunderte Dateien einzeln umzubenennen**.
- [ ] Zuerst einen einzigen zentralen Hauptordner festlegen, der künftig die verbindliche Quelle ist. Git bleibt nur zusätzlich für `02_DEV` und `05_VAULT`; Git ist nicht das allgemeine Synchronisationssystem.
- [ ] Die bisherigen Quellen zunächst unverändert in einen temporären Importbereich übernehmen, z. B. `01_INBOX/IMPORT_2026-08-24/LAPTOP`, `ARBEITSRECHNER`, `DESKTOP`. Erst kopieren bzw. sichern, noch nichts endgültig löschen.
- [ ] Danach die offensichtlichen Doppelstrukturen beseitigen. In deinem aktuellen Bestand sind besonders `01_INBOX`, `INBOX` und `95_INBOX_laptop` Kandidaten für eine Zusammenführung. Ebenso sollten `05_vault` und `05_VAULT` nicht parallel bestehen bleiben.
- [ ] Als Nächstes komplette Pakete und Ordner sortieren, nicht deren Einzeldateien. Designpakete, Chrystal-Math-Pakete, Dashboard-Varianten und ähnliche zusammengehörige Sammlungen können jeweils als ein Objekt behandelt werden.
- [ ] Danach nur die losen Dateien bearbeiten: Privat, Arbeit, Dev, Vault, Archiv oder `UNKLAR`. Beim Einsortieren den Dokumentenbeschrifter verwenden. Was unklar ist, bleibt unklar; dafür nicht fünf Minuten recherchieren.
- [ ] Dubletten erst danach prüfen. Besonders ZIP plus entpackter Ordner, generierte `artifact-...html`-Dateien, alte Preview-Dateien und mehrfach vorhandene Projektpakete sind gute Kandidaten. Nicht alles muss ins Archiv: offensichtlicher reproduzierbarer Müll darf weg.
- [ ] Ganz am Schluss die alten INBOX-Orte leeren bzw. entfernen, aber erst nachdem geprüft wurde, dass die zentrale Sammlung vollständig ist.
## Stop-Regel für heute
Der Aufräumtag ist erfolgreich, wenn am Ende:
```text
es genau eine INBOX gibt
es genau einen VAULT gibt
jede alte Datenquelle zentral gesichert wurde
die großen offensichtlichen Blöcke einsortiert sind
```
Es ist **nicht notwendig**, dass heute jede einzelne alte Datei perfekt benannt wurde.
Perfekte Dateinamen sind Phase 2.
Eine verlässliche zentrale Ablage ist Phase 1.